Digitale Labore: Angebote für Jugendliche
Für Jugendliche und junge Erwachsene bieten wir bei „Digitale Labore“ eine Vielzahl an Themen und Formaten an: Vorträge, Workshops, Werkstätten, Projekttage und Projektwochen, zu Jugend-, Pop- und Subkulturen, Diskriminierungen, Medien, Social Media, Hass im Netz und Desinformation.
1. Jugendkulturen und GMF
Mädchen und junge Frauen in Jugendkulturen
Im ersten Teil des Workshops betrachten wir anhand von Bild- und Tonmaterial, in welcher Form Frauen und Mädchen in den meist männerdominierten Subkulturen vertreten sind, mit welchen Klischees sie konfrontiert werden und auf welche Art und Weise sie sich dort ihren Platz erkämpfen. Dabei wird eine Brücke zu den persönlichen Erfahrungen der Teilnehmer:innen geschlagen. Im zweiten Teil werden Möglichkeiten des selbstbewussten Handelns innerhalb dieser Szenen erarbeitet. Ein Fokus liegt auf der Repräsentation im digitalen Raum und auf Hass im Netz und Online Misogynie.
Jugendkulturen allgemein (individueller Fokus möglich)
In diesem Workshop geht es um die große, weite Welt der Jugend-, Pop- und Subkulturen. Wo kommen sie her? Wie haben sie sich entwickelt? Ist HipHop überall gleich auf der Welt? Warum gibt es Jugendkulturen? Was haben sie mit mir zu tun? Wo sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede in analogen und digitalen Jugendkulturen? Allen diesen Fragen und noch viel mehr werden wir hier nachgehen.
Empowerment-Projekttag: Stärke zeigen – kreativ und gemeinsam
An diesem Projekttag dreht sich alles um Empowerment für Mädchen, FLINTA und queere Jugendliche. Gemeinsam setzen wir uns mit Selbststärkung, digitaler Zivilcourage und dem Umgang mit Hass im Netz auseinander. Mit interaktiven Methoden, Austauschformaten und kreativen Übungen fördern wir Selbstbewusstsein, Gemeinschaft und Solidarität. Als kreatives Highlight gestalten die Teilnehmenden zum Abschluss ein gemeinsames Graffiti, ein sichtbares Zeichen für Stärke, Vielfalt und Zusammenhalt. FLINTA / MINTA only
Graffiti-Workshop: Neugier, Austausch & künstlerische Freiheit
Im Workshop tauchen die Teilnehmenden kreativ in die Welt des Graffitis ein und lernen den Umgang mit der Sprühdose spielerisch kennen. Nach einer kurzen Einführung in Geschichte und Herkunft der Graffitikultur werden positive, gemeinschaftsförderliche und feministische Perspektiven aufgezeigt. Anschließend entwickeln die Teilnehmenden eigene Skizzen zum Thema „Hass im Netz“ und setzen sich künstlerisch mit digitalen Formen von Ausgrenzung auseinander. Die Entwürfe werden anschließend mithilfe verschiedener Grundtechniken an die Wand übertragen. Dabei stehen Kreativität, Experimentierfreude und ein sicherer Umgang mit dem Material im Mittelpunkt. Perfektion ist nicht das Ziel – vielmehr sollen individuelle Ausdrucksformen sichtbar werden und ein Raum entstehen, in dem Neugier, Austausch und gemeinsames Gestalten gefördert werden.
HipHop / Streetdance: Eine Reise durch die HipHop-Kultur
Wir beginnen mit einer Reise durch die Zeit und begeben uns in die 1970er Jahre. Genauer gesagt zu den Ursprüngen der HipHop-Kultur, ihrer Bedeutung, ihrer Wichtigkeit und ihrer Prägung für die Bekämpfung von Rassismus. Der Workshop bringt euch nicht nur die Musik, Tanz oder die Kunst dahinter näher, sondern auch die Kultur mit den damit verbunden Werten. Im Anschluss lernt ihr HipHop-Steps, eine kleine Choreo und einen Schritt weiter in ein gesundes Selbstbewusstsein. Am Ende des Workshops habt ihr einen spannenden, aber auch spaßigen Einblick in diese wichtige Kultur erhalten.
Diskriminierende Sprache in der Musik – Fokus HipHop & Frauenbilder
Musik prägt Sprache, Bilder und gesellschaftliche Vorstellungen – sie kann empowern, aber auch diskriminierende Muster reproduzieren. Der Workshop setzt sich mit diskriminierender Sprache in der Musik auseinander und untersucht, wie Machtverhältnisse, Geschlechterrollen und Abwertungen in Texten, Videos und Inszenierungen sichtbar werden. Ein besonderer Fokus kann auf HipHop gelegt werden: Hier werden Darstellungen von Frauen, sexualisierte Sprache und stereotype Rollenbilder ebenso analysiert wie subversive, feministische und selbstbestimmte Gegenentwürfe von Künstler:innen. Anhand konkreter Beispiele reflektieren die Teilnehmenden Wirkung, Kontext und Grenzen von Provokation, Kunstfreiheit und Diskriminierung. Ziel ist es, ein kritisches Verständnis für Sprache in Musik zu entwickeln und die eigene Wahrnehmung sowie Medienkompetenz zu schärfen.
Kunst im Krisenmodus: Widerstand, Propaganda & Selbstermächtigung
Wie verändert sich Kunst in Zeiten von Krisen? Kunst spiegelt Gesellschaft und wird in Krisenzeiten zum Werkzeug: für Propaganda, Widerstand oder Selbstermächtigung. Wann dienen sie der Manipulation, wann der Aufklärung? Und wie hat sich das im digitalen Zeitalter verändert? Im Workshop analysieren wir historische und aktuelle Beispiele – von Dada Collagen gegen den Krieg über NS-Propaganda und diffamierte „entartete Kunst“ bis hin zu Street Art und digitalen Memes als Protestform. Dabei hinterfragen wir, wie visuelle Gestaltung zur Meinungsbildung beiträgt. Im praktischen Teil entwickeln die Teilnehmenden eigene visuelle Statements zu gesellschaftlichen Themen. Ziel ist es, kreative Strategien gegen Desinformation und Extremismus zu erarbeiten und Kunst bewusst als Ausdrucksmittel zu nutzen. Denn Bilder sind mächtig – und wir entscheiden, wie wir sie online und offline einsetzen.
Laut ohne Like: Zines als analoge Gegenstimme Wie können wir uns Gehör verschaffen – jenseits von Social Media?
Wie können wir uns ausdrücken, ohne auf Algorithmen und Social Media angewiesen zu sein? Zines – selbstgestaltete, unabhängige Hefte – bieten eine direkte, kreative Möglichkeit, Gedanken und Botschaften zu verbreiten. Von den Punk-Fanzines der 1970er Jahre über feministische Riot-Grrrl-Zines bis hin zu politischen Untergrundpublikationen – Zines haben schon immer marginalisierten Stimmen Raum gegeben. Sie sind roh, persönlich und frei von digitalen Einschränkungen. In diesem Workshop erkunden wir die Geschichte und Kraft dieser DIY-Medien und gestalten eigene Zines, um unsere Ideen und Anliegen sichtbar zu machen – unabhängig und unzensiert. Ganz ohne Like-Button, aber mit echter Wirkung.
Protest neu denken – kreative Strategien für eine wirksame Protestkultur
Fridays for Future, Black Lives Matter, Online-Petitionen – Protest hat viele Gesichter. Doch wie kann er heute wirklich etwas bewegen? In diesem Workshop tauchen wir in die Geschichte und Zukunft des Protests ein: Welche Strategien waren erfolgreich? Welche neuen Wege gibt es jenseits von Demos und Plakaten? In kreativen Methoden erarbeiten die Teilnehmenden eigene Protestformen, die innovativ, wirkungsvoll und nachhaltig sind. Ziel ist es, die eigene Stimme zu finden, mutige Ideen zu entwickeln und Protest als aktives Mittel für gesellschaftlichen Wandel und gegen Adultismus zu begreifen. Denn Veränderung beginnt dort, wo Menschen laut werden – ob auf der Straße oder im Netz.
Ultras im Fußball – Leidenschaft, Politik und Konflikte im Vereinskontext verstehen
Ultras prägen die Fankultur in Deutschland wie kaum eine andere Gruppe: laut, kreativ, politisch und zutiefst gemeinschaftlich organisiert. Eingepferchte Massen stehen im Block und feuern ihren Verein weltweit an. Doch wer sind sie eigentlich – engagierte Fans, Hooligans oder unbequemes Korrektiv? In diesem Workshop entdecken wir, wie Ultras Choreografien, Protestformen und Fanarbeit gestalten, warum sie für lebendige Stadien unverzichtbar sind und wo Spannungen im aktuellen System entstehen: zwischen Kommerzialisierung, Vereinspolitik, Genderdebatte, Sicherheit und Kapitalismus. Gemeinsam schauen wir auf die Chancen, Konflikte und Visionen einer fangetragenen Fußballkultur, die für Mitbestimmung, Solidarität und Vielfalt in Zeiten einer so noch nie dagewesenen Kommerzialisierung kämpft.
Comic und Manga zeichnen
Comics und deren japanische Variante, Mangas, sind heute mehr denn je ein wichtiges Ausdrucksmittel und Bezugssystem vor allem für Jugendliche. In Japan gibt es Mangas für alle erdenklichen Zielgruppen, die hier erscheinenden Hefte richten sich aber zumeist an Teenager und lassen sich dem Romance- oder Action/Fantasy/Science Fiction-Genre zurechnen. In oft mehrere tausend Seiten umfassenden seifenopernartigen Serien finden sich auch sensible Geschichten zu Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe oder pubertäre Identitätsfindung. Parallel dazu haben sich sogenannte „Graphic Novels“ als ernstzunehmende Ausdrucksformen zwischen Literatur und Bildender Kunst etabliert. Die bekanntesten sind wohl der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Holocaust-Comic „Maus“ von Art Spiegelman und „Persepolis“, die Autobiografie der Iranerin Marjanne Satrapi. Kurzum: Die heutige Comic-Kultur ist ein Erzählmedium ohne inhaltliche oder stilistische Grenzen, ähnlich wie die Literatur oder der Film. In einer immer stärker von Bildschirm-Medien dominierten Welt machen Kinder und Jugendliche oft ihre ersten Lesefreude-Erfahrungen mit Comics und Mangas. Als Ausdrucksform besteht die Attraktivität für Jugendliche vor allem darin, dass kein anderes erzählerisches Bildmedium die Möglichkeit bietet, eigene Ideen und Geschichten so direkt umzusetzen und zu veröffentlichen. Dementsprechend existiert eine sehr offene, international vernetzte Comic-Fanzine-Szene, in der die meisten der heute wichtigen Comic-Autor:innen angefangen haben.
Von Disco zu House zu Techno – Can you feel the bass?
1975, Berlin: Kraftwerk spielen als erste Band ein Album nur mit elektronischen Instrumenten ein. Dieses lassen sie live von vier Robotern auf der Bühne präsentieren. 1977, New York City: Larry Levan mixt als DJ in seiner legendären Diskothek Paradise Garage die Instrumentalpassagen seiner Platten ineinander und legt damit einen Grundstein für die House Music. 1980, Detroit: Juan Atkins, Kevin Saunderson und Jeff Mills verfremden afroamerikanische Rhythmen, Salsa und Diskoelemente, unterlegen ihre Musik mit dem Rhythmus eines Drumcomputers und schaffen so einen völlig neuen Sound, der unter dem Namen Techno berühmt wird. In den 1990er-Jahren entsteht eine neue musikalische und soziale Bewegung, die Millionen von Menschen weltweit begeistert. Techno, House und Clubkultur werden immer wieder genutzt, um für ein selbstbestimmtes Leben zu demonstrieren und Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit und Geschlechterfragen zu thematisieren. Im Vortrag/Workshop geht es um die musikalische und soziale Geschichte dieser basslastigen Bewegung. Im praktischen Workshop-Teil werden die Grundlagen des DJings im House und Techno vermittelt.
Jugendkulturen, Mode und Nachhaltigkeit
Mode bedeutet immer auch Jugendkultur. Über Kleidungsstile, Codes und Symbolik heben sich Menschen voneinander ab. Gleichzeitig sind Kleidungsstile mit Musikgenres, Subkulturen und/oder auch politischen Statements verknüpft. Interessant ist auch die Frage nach Geschlechterstereotypen, die mit bestimmten Stilen und Kleidungsstücken assoziiert werden. Neben der Kleidungskultur soll in diesem Workshop über die Frage diskutiert werden, welche Rolle Nachhaltigkeit in unserem Konsum von Kleidung spielt. Getreu dem Motto „Who made my clothes?“ Welcher Wert wird hierbei dem Handwerk beigemessen? Wie kann für diese Fragen wieder ein Bewusstsein geschaffen werden? Was haben Billigmodeketten mit ihren rasch wechselnden Kollektionen mit Privilegien zu tun? Auch der Markt für Secondhandkleidung ist in den letzten Jahren durch ein höheres Bewusstsein für Nachhaltigkeit gewachsen – Upcycling und Reparatur werden zum Trend.
Siebdruck-Workshop: Style auf Shirts
Siebdruck ist eine handwerkliche Methode der Vervielfältigung. Mit einfachen Mitteln können so Drucke gefertigt werden, die auf unterschiedlichen Materialien platziert werden können. In Jugendkulturen finden sich aufgrund der Einfachheit und Vielfältigkeit sowie der günstigen Herstellungskosten oft Siebdruckerzeugnisse wie T-Shirts, Plakate u.v.m. wieder. Siebdruck funktioniert komplett ohne digitale Technik und ist so ein alternativer Zugang zu kreativem Ausdruck. Der komplette Arbeits-& Kreationsprozess soll erkundet werden. Die Kreation eines eigenen Motivs steht am Anfang. Eigene Themen sollen hier eingebracht werden. Dann ist Exaktheit beim Belichten und Schnelligkeit beim Auswaschen gefragt. Mit Inputs zu Werkzeug, Drucktechnik und Tricks als Grundlage können die Teilnehmenden drucken und gemeinsam die individuellen Ergebnisse feiern. Im kreativen Prozess und im handwerklichen Umgang werden die Workshopleitenden mit viel Expertise zu Seite stehen.
Rechtsextremismus, Neue Rechte & Mobilisierung auf Social Media
Rechtsextreme Akteur:innen nutzen Social Media gezielt, um ihre Ideologien zu verbreiten, junge Menschen anzusprechen und gesellschaftliche Debatten zu beeinflussen. Dabei treten sie häufig modern, jugendkulturell, harmlos oder humorvoll auf – Inhalte der sogenannten Neuen Rechten sind oft erst auf den zweiten Blick als extremistisch erkennbar. Der Workshop vermittelt grundlegendes Wissen zu Rechtsextremismus und der Neuen Rechten und legt einen besonderen Fokus auf digitale Codes und Mobilisierungsstrategien. Die Teilnehmenden lernen, wie rechtsextreme Narrative, Codes und Influencer-Strategien auf Plattformen wie Instagram oder TikTok funktionieren. Anhand konkreter Beispiele wird aufgezeigt, wie Emotionalisierung, Provokation und Desinformation gezielt eingesetzt werden. Ziel des Workshops ist es, Handlungssicherheit im Umgang mit rechtsextremen Inhalten im Netz zu stärken. Außerdem entwickeln die Teilnehmenden ein kritisches Verständnis für Hass im Netz, reflektieren eigene Mediennutzung und erarbeiten Strategien zum Erkennen, Einordnen und Entgegentreten von rechtsextremer Online-Mobilisierung.
Schublade auf: Am Anfang war das Vorurteil, dann ein Hasskommentar
Vorurteile und Hass begegnen uns überall – im Alltag, in der Schule und besonders im Netz. Menschen werden aufgrund von Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder anderer Merkmale ausgegrenzt, abgewertet oder bedroht. In diesem Workshop nehmen wir verschiedene Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit unter die Lupe und analysieren, wie sie online verbreitet werden. Die Teilnehmenden reflektieren, welche Mechanismen Hass im Netz antreiben, wie diskriminierende Inhalte wirken und welche Auswirkungen sie auf Betroffene haben. Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, um Hass und Vorurteile im digitalen Raum zu erkennen, ihnen aktiv entgegenzuwirken und einen respektvollen, sensiblen Umgang miteinander sowohl online als auch offline zu gestalten.
Reden ist gut – Handeln ist besser! (online)
Wie können Jugendliche ihr Umfeld aktiv mitgestalten und sich politisch oder gesellschaftlich engagieren – sowohl offline als auch online? In diesem Workshop erarbeiten die Teilnehmenden konkrete Möglichkeiten sich zu beteiligen: von lokalen Projekten, Vereinen und Schüler:innenvertretungen bis hin zu digitalen Aktionen, Social-Media-Kampagnen oder Online-Initiativen. Gemeinsam wird reflektiert, wo Engagement sinnvoll und wirksam ist, welche Chancen und Grenzen digitales Mitwirken bietet und wie eigene Ideen umgesetzt werden können. Ziel ist es, die Teilnehmenden zu befähigen eigene Ideen umzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und ihr Umfeld aktiv zu gestalten.
2. Stadttouren
Graffiti-Tour
Auf unserem Streifzug durch Berlins wohl am dich dichtesten bemalten Bezirk Kreuzberg gehen wir ungewöhnlichen Spuren nach, die sich an den verschiedensten Orten und Oberflächen befinden. Hierbei stoßen wir auf kunstvolle und kreative Sprüche, Tags, Feuerlöscher, Murals, Roll-Downs sowie Roll-Ups - und natürlich dürfen die klassischen Graffiti Pieces auch nicht fehlen. Keine Sorge, wenn ihr gerade beim Lesen gemerkt habt, dass ihr nicht alle Wörter versteht, nach der Tour werdet ihr Profis sein. Wir klären alle Begriffe rund um Graffiti, vollziehen die Entstehung der zu sehenden Bilder. Nebenbei dürft ihr natürlich jede Frage loswerden, die euch in den Sinn kommt. Ziel ist es, den Blick für die Gestaltung der Stadt zu öffnen und Graffiti nicht nur als Schmiererei, sondern als Ausdruck von Kultur, Identität und Stadtraumgestaltung wahrzunehmen. Die Tour kann auf Deutsch und Englisch stattfinden.
Barrierefreiheit im öffentlichen Raum (Stadttour)
Auf dieser Stadttour widmen wir uns dem Thema Barrierefreiheit im urbanen Raum. Gemeinsam gehen wir durch ausgewählte Bereiche der Stadt und betrachten, wie öffentliche Plätze, Verkehrsmittel, Gebäude und Wege gestaltet sind – und für wen. Dabei geht es nicht nur um Rollstuhlrampen oder Aufzüge, sondern auch um Orientierungssysteme, akustische Signale, Leitsysteme für sehbehinderte Menschen sowie um die Frage, wie inklusiv Begegnungsorte eigentlich gestaltet sind. Wir sprechen darüber, welche Barrieren im Alltag oft übersehen werden. Anhand konkreter Beispiele diskutieren wir, wo die Stadt bereits gute Lösungen umgesetzt hat und wo noch Handlungsbedarf besteht. Ziel ist es, ein Bewusstsein für unterschiedliche Bedürfnisse zu schaffen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie Stadt für alle zugänglicher und lebenswerter gestaltet werden kann. Diese Tour lädt dazu ein, Orte aus einem neuen Blickwinkel zu sehen.
3. Medienbildung
Filmworkshop – Filmemachen und KI
In diesem Workshop befassen wir uns mit den verschiedenen Prozessen des Filmemachens – von der Ideenfindung über den Dreh bis hin zur Postproduktion. Gemeinsam schauen wir Filmbeispiele, lassen uns inspirieren und entwickeln eigene Geschichten. Das können echte, dokumentarische Beobachtungen sein oder komplett erfundene Geschichten. In kleineren Teams teilt ihr die benötigten Rollen auf: Schauspiel, Regie, Kamera, Ton, Drehbuch… Wir trainieren gemeinsam, wie man die Kamera führt, um den richtigen Bildausschnitt zu finden, und im Schnitt kombiniert ihr präzise die einzelnen Bilder zu eurem eigenen Kurzfilm. Außerdem befassen wir uns im Workshop mit dem Thema KI und Kreativität. Ist es mein Bild, meine Musik oder mein Video, wenn ich es mithilfe von KI generiert habe? Wo verläuft die Grenze zwischen meinem geschaffenen Werk und KI-generiertem Inhalt, und gibt es Wege, KI für kreative Prozesse so zu nutzen, dass wir trotzdem Schaffende bleiben?
Filmworkshop – Visuelle Effekte
In diesem Workshop befassen wir uns neben der Erstellung eines eigenen kleinen Kurzfilms mit dem Generieren visueller Effekte. Befinden wir uns in der Schule und die Schüler:innen wollen einen Film am Strand drehen? Kein Problem — sie erstellen (promten) einen Hintergrund. Beim Prompting behandeln wir wichtige Fragen rund um‘s Prompten und Generieren; die Jugendlichen erfahren dabei, wie Inhalte erzeugt werden und wie gefälschte Inhalte ins Netz oder in die Medien gelangen können. Unser künstlerischer Prozess bleibt weiterhin bei Ideen, Schauspiel und dem Ausprobieren durch die Jugendlichen, aber mit dem Einsatz visueller Effekte erhöhen wir den Produktionswert unseres Films und ermöglichen es, die Schule imaginär zu verlassen.
Gemeinsam gegen Hass im Netz und Desinformation
Digitale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch mit den vielen Möglichkeiten kommen auch neue Herausforderungen: Hassrede, Fake News und gezielte Desinformation vergiften Diskussionen, gefährden Teilhabe und zerstören Vertrauen. In der Veranstaltung wird diskutiert, wie man diesen Entwicklungen aktiv begegnen kann. Dabei geht es um das Verständnis der Mechanismen hinter Hassrede, Verschwörungserzählungen und Falschinformationen. Teilnehmende lernen, digitale Inhalte kritisch zu prüfen, deren Glaubwürdigkeit einzuschätzen und wirkungsvolle Strategien für Prävention und Intervention zu entwickeln.
Fakt oder Fake
In einer Zeit, in der Fake News und Social Bots als Instrumente politischer Propaganda eingesetzt werden, ist Medienkompetenz wichtiger denn je. Dieser Workshop beleuchtet die Mechanismen der programmierten Manipulation – von automatisierten Accounts bis hin zu manipulierten Bildern. Die Teilnehmenden erhalten exklusive Einblicke in die Verifikationstechniken des Journalismus und lernen, wie Profis Falschmeldungen entlarven. In einer kritischen Auseinandersetzung mit Fakten und Quellen stärken wir das Verständnis für die Arbeitsweise klassischer Medien und schaffen eine Basis für neues Vertrauen in seriöse Berichterstattung. Ein praxisnaher Kurs für alle, die im digitalen Informationsdschungel den Überblick behalten und Manipulation keine Chance geben wollen.
Mediensucht: Prävention und digitale Selbstkontrolle erlernen
Endloses Scrollen, Gaming-Marathons, der ständige Drang nach Likes – wann wird digitale Nutzung zur Sucht? In einer Welt, die uns rund um die Uhr mit Reizen bombardiert, wird es immer schwerer Grenzen zu setzen. In diesem Workshop entschlüsseln wir die psychologischen Mechanismen hinter Mediensucht, reflektieren unsere eigenen Nutzungsgewohnheiten und erarbeiten alltagstaugliche Strategien für eine gesunde Balance. Mit interaktiven Methoden, Reflexionsübungen und praxisnahen Challenges lernen die Teilnehmenden Warnsignale frühzeitig zu erkennen, Alternativen zu entwickeln und ihre digitale Selbstkontrolle zu stärken. Ziel ist es, digitale Medien bewusst zu nutzen, ohne sich von ihnen bestimmen zu lassen.
Wahrheit & Fiktion: Wie Influencer:innen Meinungen prägen und Werbung die Realität verzerrt
In den sozialen Netzwerken verschwimmen die Grenzen zwischen authentischem Lifestyle und kommerziellem Kalkül. Dieser Workshop beleuchtet das Geschäftsmodell von Influencer:innen und analysiert den Wandel von klassischer Soziodemografie hin zum präzisen psychografischen Targeting. Jugendliche erfahren, wie Werbung auf Instagram heute funktioniert und welche psychologischen Mechanismen zur Meinungsbildung genutzt werden – auch im politischen Kontext. Wir werfen einen kritischen Blick auf die gezielte Instrumentalisierung durch die rechte Szene und diskutieren die Rolle von Creator:innen als moderne Meinungsträger:innen. Gleichzeitig zeigt der Kurs empowernde Praxisbeispiele für mediale Teilhabe auf, die Diversität und Demokratie fördern.
Social Media und unser Wohlbefinden – Reflexion für den Alltag
Followerzahlen, Selfie-Wahn, ständige Erreichbarkeit – Social Media ist Fluch und Segen zugleich. Doch wie beeinflussen Likes, Algorithmen und Vergleichsdruck unsere Psyche? In diesem Workshop werfen wir einen kritischen Blick auf die unsichtbaren Mechanismen hinter Instagram, TikTok & Co. und hinterfragen, wie soziale Medien unser Selbstbild, unsere Beziehungen und unsere Emotionen prägen. Mittels interaktiver Reflexionen und kreativer Übungen entwickeln die Teilnehmenden Strategien, um digitale Räume bewusster zu nutzen, Stress durch Social Media zu reduzieren und mentale Gesundheit zu stärken. Ziel ist es, soziale Medien als Werkzeug zu verstehen – und nicht als Herrscher über unser Wohlbefinden.
Gesunder Umgang mit Social Media
Im Workshop lernen die Teilnehmenden die Mechanismen und Wirkweisen von Sozialen Medien kennen. Sie setzen sich mit der Frage auseinander, wie ein verantwortungsvoller Umgang in Hinblick auf Datenschutz und demokratiefeindlichen Inhalten aussehen kann. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Themenfeld Hass im Netz: Wer verbreitet ihn, welche Ziele verfolgen diese Akteure, und wie wirken sich solche Inhalte auf Betroffene aus? Dabei rücken wir die Perspektiven der Betroffenen in den Fokus und diskutieren Handlungsstrategien.
Selbstwirksam gegen Verschwörungserzählungen
Selbstwirksamkeit soll bei der Resilienz gegenüber Desinformation und Verschwörungserzählungen erzielt werden, indem ihre Wirkweisen reflektiert und der Umgang mit ihnen geübt wird. Dafür entwickeln die Teilnehmenden in einem geschützten Rahmen fiktive Szenarien und wenden dort ihre gewonnen Erkenntnisse an. Es wird auch ein Bewusstsein für die historische Kontinuität von Verschwörungsdenken vermittelt, die Verknüpfung mit menschenfeindlichen Ideologien, insbesondere mit Antisemitismus, wird verdeutlicht. Der Workshop fördert sowohl Medienkompetenz, als auch eine kritische, selbstwirksame Haltung gegen Ausgrenzung und Hass im digitalen Raum.
Big Data und ich
Industrien, Wirtschaft und persönliche Lebensbereiche beeinflusst. Der Workshop Big Data und Ich bietet eine Einführung in die grundlegenden Konzepte von Big Data, Anwendungen, Risiken und Chancen. Die Teilnehmenden werden mittels interaktiver Diskussionen und Aktivitäten erfahren, wie Big Data ihren Alltag, ihre Karrierewege und ihre Entscheidungsprozesse beeinflusst. Der Workshop behandelt ethische Fragestellungen, Datenschutzbedenken und Datensicherheit, um ein verantwortungsbewusstes digitales Verhalten zu fördern. Zudem werden die sozialen Auswirkungen von Big Data thematisiert – darunter die Unsicherheit, die in der schnelllebigen digitalen Welt entsteht, die Überforderung wegen einer Vielzahl an Optionen und die Herausforderungen der Orientierung in dieser komplexen Landschaft. Darüber hinaus wird die Rolle der künstlichen Intelligenz (KI) im Zusammenhang mit Big Data beleuchtet. Es wird erklärt, wie KI-gestützte Algorithmen große Datenmengen verarbeiten, um Entscheidungen zu treffen, Prozesse zu automatisieren und personalisierte Erlebnisse zu schaffen. Die Teilnehmenden diskutieren zudem ethische Herausforderungen im Zusammenhang mit KI und Big Data, einschließlich algorithmischer Voreingenommenheit und der Gefahr von Fehlinformationen. Am Ende des Workshops werden die Teilnehmenden ein umfassendes Verständnis davon haben, wie Big Data und KI funktionieren, welche Vorteile und Herausforderungen sie mit sich bringen und welche Strategien helfen, mit diesen Herausforderungen umzugehen.
Benannt, bewertet, begrenzt? Sprache, Körper und Geschlecht
Geschlechterbilder, Körpernormen und Zuschreibungen prägen nicht nur unseren Alltag, sondern auch unsere digitale Welt: Auf Social Media begegnen wir permanent Idealen, Klischees und Bewertungen. Der Workshop setzt sich mit Stereotypen, Benachteiligungen und Ausgrenzungen im Zusammenhang mit Geschlecht, sexueller Orientierung, Identität und Körperbildern auseinander. In geschützten Kleingruppen, nach Möglichkeit geschlechtergetrennt, reflektieren die Teilnehmenden, wie sie sich selbst wahrnehmen, welche Rollenbilder in Medien und Online-Plattformen wirken und wie es sich anfühlt, als Mädchen/Frau, Junge/Mann oder jenseits dieser Kategorien gelesen zu werden. Ziel des Workshops ist es, für Diskriminierung zu sensibilisieren, Vielfalt sichtbar zu machen und Strategien im Umgang mit Diskriminierung, Ausgrenzung und normativen Erwartungen zu entwickeln - on- und offline.
4. Antisemitismus
HipHop gegen Antisemitismus
Dieser Workshop nutzt HipHop als kreatives Werkzeug, um junge Menschen für Antisemitismus zu sensibilisieren und ihnen Ausdrucksformen für gesellschaftliches Engagement zu vermitteln. In kurzen Inputphasen, mit gemeinsamem Hören von Protesttracks und angeleiteten kreativen Übungen entwickeln die Teilnehmenden eigene Anti-Hass-Lyrics oder Beats. Der Workshop verbindet Musikproduktion mit Reflexion über Vorurteile und schafft einen sicheren Raum für Austausch, Empathie und kulturelle Zusammenarbeit. Er eignet sich ideal für schulische und außerschulische Bildungssettings und stärkt Medienkompetenz, Kreativität und soziale Resilienz.
5. Verschwörungserzählungen
Von Reptiloiden, Flugscheiben und anderen Verschwörungserzählungen
Verschwörungserzählungen gewinnen zunehmend Anhänger:innen – nicht nur in Randgruppen, sondern mitten in der Gesellschaft. Gründe dafür sind Unsicherheiten, Misstrauen gegenüber Institutionen, politische Spannungen und die Suche nach einfachen Erklärungen für komplexe Probleme. Social Media und alternative Online-Medien verstärken diesen Trend: Algorithmen liefern vor allem Inhalte, die die eigenen Überzeugungen bestätigen, während widersprüchliche Informationen ausgeblendet werden. Im Workshop setzen sich die Teilnehmenden mit den Mechanismen von Verschwörungserzählungen auseinander: Wie entstehen solche Erzählungen? Warum wirken sie so überzeugend? Wie verbreiten sie sich online und offline? Anhand von Praxisbeispielen lernen die Teilnehmenden, Informationen kritisch zu hinterfragen, Falschmeldungen zu erkennen und reflektiert mit Verschwörungserzählungen im Netz umzugehen. Ziel ist es, Medienkompetenz zu stärken und die Fähigkeit zu entwickeln, im digitalen Raum informiert, souverän und kritisch zu handeln.
Verschwörungserzählungen und Desinformation verstehen und Handlungsstrategien entwickeln
Diskurs. Dieser Workshop beleuchtet, warum der Begriff „Erzählung“ oft treffender ist als „Theorie“ und analysiert die psychologischen Ursachen sowie Funktionen hinter diesen Narrativen. Anhand audiovisueller Beispiele aus sozialen Netzwerken untersuchen wir gängige Mythen wie den „Großen Austausch“ oder Souveränitätslügen und beleuchten dabei insbesondere Antisemitismus als zentralen Motor. Jugendliche lernen, die Mechanismen hinter dieser Desinformation zu durchschauen und entwickeln konkrete Handlungsoptionen für den souveränen Umgang mit Verschwörungsgläubigen. Ein fundierter Kurs, um Aufklärung zu leisten, die demokratische Resilienz zu stärken und Manipulation effektiv entgegenzuwirken.
Verschwörungserzählungen im Kontext von KI – Fakten, Fake News und Manipulation erkennen
Künstliche Intelligenz revolutioniert unser Leben – doch sie befeuert auch Ängste, Missverständnisse und Verschwörungserzählungen. Warum glauben Menschen an geheime Eliten, die angeblich durch KI die Welt kontrollieren? Wie beeinflussen Deepfakes, Fake News und algorithmische Filterblasen unsere Wahrnehmung? In diesem interaktiven Workshop gehen wir diesen Fragen auf den Grund: Wir analysieren reale Beispiele, entlarven Manipulationstechniken und entwickeln Strategien, um Desinformation zu erkennen. Ziel ist es, einen kritischen, selbstbewussten Umgang mit digitalen Informationen zu fördern und sich aktiv gegen Verschwörungsmythen zu wappnen.
6. Online-Misogynie
Antifeminismus und digitale Gewalt
In diesem Workshops setzen wir uns mit Antifeminismus und digitaler Gewalt auseinander. Wir betrachten, wie antifeministische Ideologien entstehen, welche Formen sie online annehmen und welche Auswirkungen sie auf Betroffene und gesellschaftliche Diskurse haben. Dabei sprechen wir sowohl über offene Anfeindungen, als auch über subtilere Strategien der Abwertung, Einschüchterung und Desinformation. Gemeinsam erarbeiten wir, wie digitale Gewalt funktioniert. Wir diskutieren Schutzmöglichkeiten und kollektive Strategien der Solidarität. Der Workshop bietet einen sicheren Raum zum Austausch, zur Reflexion eigener Erfahrungen und zur Entwicklung von Handlungskompetenzen. Ziel ist es, Teilnehmer:innen zu stärken, ein Bewusstsein für strukturelle Zusammenhänge zu schaffen und Wege aufzuzeigen, wie wir digitale Räume fairer, solidarischer und widerstandsfähiger gestalten können.
Online-Misogynie kritisch analysieren
Der Workshop vermittelt fundierte Einblicke in digitale Formen von Frauenfeindlichkeit und deren vielfältige Erscheinungsformen. Teilnehmende setzen sich mit den zentralen Narrativen, Sprachcodes und Rollenbildern auseinander, die in sozialen Medien verbreitet werden und beleuchten die Unterschiede zwischen digitalen und analogen Strukturen. Anhand eigenständiger Recherchen und Analysen lernen sie Akteur:innen, Strategien und Kommunikationsformen zu identifizieren und die Wirkung misogyn geprägter Inhalte kritisch zu reflektieren.
Kontakt
Nachfragen gerne an contact@stand-up-participate.de oder direkt an das Projektteam.
Projektleitung:
Gabriele Rohmann, gabi.rohmann@jugendkulturen.de
Koordination Angebote für Jugendliche:
Elisabeth Schweizer, elisabeth.schweizer@jugendkulturen.de


