Die Medienkompetenz Heranwachsender stärken – für demokratische Teilhabe und mediale Selbstwirksamkeit

Hassbotschaften auf Snapchat und TikTok, Verschwörungsphantasien auf Youtube-Kanälen, rechtsextremer Content von Lifestyle-Influencer*innen – in ihrer medial geprägten Lebenswelt sehen sich heutige Heranwachsende mit einer Vielzahl demokratiefeindlicher und diskriminierender Inhalte konfrontiert. Das Medienbildungsprojekt sUPpress sensibilisiert Jugendliche für einen reflektierten Blick auf Medienkonsum und Medienproduktion und schärft ihre Wahrnehmung für medial konstruierte Realitäten. Als Maßnahme der Demokratieförderung stärkt sUPpress jugendkulturelles, kreatives und politisches Engagement und empowert Jugendliche zu medialer Selbstwirksamkeit.

In enger Zusammenarbeit mit jungen Journalist*innen und mit (jugend)kulturellen und politischen Bildner*innen konzipieren und realisieren Jugendliche schrittweise ihr eigenes multimediales Online-Projekt. Dabei setzen sie sich mit der Rolle der Presse als 4. Gewalt sowie demokratischer Meinungsbildung und Teilhabe auseinander und beschäftigen sich mit qualitätssichernden Standards und Techniken journalistischen Arbeitens. Wiederkehrende Bezugspunkte sind jugendkulturelle Identitäten, Gruppenzugehörigkeiten und Repräsentationen in unserer Gesellschaft. Beleuchtet werden verschiedene Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und ihre mediale Verbreitung.

Auf dem Weg zu ihrem eigenen multimedialen Produkt werden die Jugendlichen zu aktiven Mediengestalter*innen und selbst zu Expert*innen von medialer Kommunikation:

Wie arbeitet eine Redaktion? Wie recherchiere ich richtig, um meine Story zu schreiben – und welche Prinzipien des Storytelling machen sie für Leser*innen spannend? Was ist Fact-Checking und gibt es Filterblasen? Wie kann die Trefferquote in Suchmaschinen (SEO) manipuliert werden? Welche Rolle spielen Emotionen im medialen Diskurs? Wann wird Sprache zu Gewalt?

sUPpress hat zum Ziel Medienkompetenz zu stärken und ist als langzeitpädagogische Maßnahme in sechs aufeinander folgenden Phasen angelegt. Module politischer, medienpädagogischer und (jugend)kultureller Bildung werden mit praktischer journalistischer Arbeit verzahnt:

1

Zweitägige Einführung

  • mediale Repräsentation von Jugendkulturen
  • die Rolle der Presse
  • Reflexion eigenen Mediennutzungsverhaltens

2

Wöchentlicher Rhythmus

(ca. 11 Segmente à 90 min.)

  • Einstieg in Standards und Techniken journalistischen Arbeitens (Recherche, Interviews, Fotografie, Video)
  • Konzeption des Multimediavorhabens

3

Zweitägiges Vernetzungstreffen

  • gezielte Vertiefung journalistischer Arbeitstechniken
  • Verschwörungsphantasien und Rechtsextreme in den Medien

4

Wöchentlicher Rhythmus

(ca. 10 Segmente à 90 min.)

  • Realisierung des Multimediaprojekts

5

Zweitägige Finalisierung des Projekts

  • Finale Redaktionsphase mit Unterstützung medialer Expert*innen

6

Festliche Abschlussveranstaltung

  • Online-Stellung
  • Erfahrungsaustausch

sUPpress startet im Schuljahr 2020/21 in den Modellregionen Berlin und Brandenburg und wendet sich in diesem Zeitraum vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene an Berufsschulen. Bis Ende 2024 folgen die Regionen Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen.

Sie wollen die Medienkompetenz Ihrer Schüler*innen fördern und sUPpress an Ihre Schule holen? Bei Interesse wenden Sie sich an julian.gerlach@jugendkulturen.de. Gerne schicken wir Ihnen ein detaillierteres Konzept zu und beraten Sie in einem persönlichen Gespräch.